Anne-Frank-Lesung für den 10. Jahrgang

Am heutigen 15. Januar durften wie die in Lüneburg lebende Schauspielerin Sigrid Meßner begrüßen, die Auszüge aus dem Tagebuch der Anne Frank vorlas. Aber eben nicht nur vorlas, denn mittels einiger Requisiten und Einspielungen sowie ergänzender fiktiver Texte wurde aus dem Lesen eine szenische Lesung. 
Im Mittelpunkt stand scheinbar nicht das Leiden der verfolgten jüdischen Bevölkerung in den vom III. Reich besetzten Niederlanden; vordergründig entstand das Bild eines Mädchens in der Pubertät. Mit allen Problemen, die dies mit sich bringen kann: beginnende Entfremdung von den Eltern, mündend in Konflikte. Überhaupt ,,die Erwachsenen" mit ihren steten Forderungen und Ermahnungen, Verweisen und ungebetenen Ratschlägen. Viel wichtiger: das erwachende Interesse für Jungen, die Sehnsucht zu lieben und geliebt zu werden. - Erst auf den zweiten Blick offenbarte sich so dem Zuhörer, wie dieses unter den Bedingungen eines engen Versteckes extrem emotional belastend wird, Lebensglück verhindert. Kein Freiraum, keine Rückzugsmöglichkeit, Ruhe als erste Pflicht. Statt des Kosmos' einer Großstadt mit Tausenden Gleichaltrigen lediglich einen etwas drögen Jungen als Mitversteckten. Der vom kaum Beachteten zum Ziel der Sehnsüchte mutiert. Scheinbar Alltägliches im Leben eines Teens zeigt die Monstrosität der Situation.
Ohne erhobenen pädagogischen Zeigeginger, ohne jedes Heldenpathos ein eindringlicher Appell, der Inhumanität zu wehren.Wir danken Sigrid Meßner für ein berührendes Erlebnis!

Der Dank des Bibliotheksteams gilt ebenso all jenen, die diese Veranstaltung ermöglichten: Herrn Belter für die technische Unterstützung, Frau Linde für Mitorganisation und Betreuung der Künstlerin, den involvierten Klassen- und Fachlehrkräften im Jahrgang 10 sowie nicht zuletzt und erneut dem Schulverein, der auch dieses Mal einen nicht unerheblichen Teil des Honorars trägt.
Einige wenige Fotos gibt es in der Galerie.

Ihr/euer Bibo-Team

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