Veranstaltung mit Autorin Jutta Wilke

Ja, gelesen hat Frau Wilke auch. Aber es war mehr als das, viel mehr. Denn die aus Hanau in Hessen angereiste Autorin ließ auch erahnen, wie der Alltag einer (Kinder- und Jugendbuch-)Autorin ist. Ist das ein Ganztags-Job? (Kann durchaus sein, sie arbeitet noch stundenweise in einer Buchhandlung.) Wer entscheidet, welchen Titel ein fertiger Text bekommt? (Zumeist der Verlag.) Wer bestimmt das Cover, den Illustrator, den Klappentext? (Meistens auch nicht der Schöpfer des Textes. Lektorat und Marketing-Abteilung eines Verlages haben hier das Sagen.) Wie lange schreibt man überhaupt an so einem Roman? (Sie benötigt ca. 6-8 Monate.) Schreibt man auf Verdacht oder bekommt man einen Auftrag? (Man reicht eine Romanidee und eine Textprobe, oft den Beginn, beim Verlag ein. Und wenn der Verkaufs-Chancen sieht, gibts einen Auftrag mit einer Deadline. Und dann muss geliefert werden.) Klingt jetzt alles weniger romantisch, als man sich das vorgestellt hat? Die Biographie eines Goethe liest sich ja auch wirklich anders. Macht aber nichts! Frau Wilke zeigte deutlich, dass auch diese Bedingungen nicht davon abhalten, einen Traum zu leben (Schriftsteller sein!) und Erfolg zu haben. Zum Beispiel mit dem Roman, den sie vorstellte. ,,Roofer" heißt er, und diesen Titelvorschlag von ihr hat der Verlag sogar akzeptiert. Hoch hinaus geht in diesem Roman, emotional ebenso wie im wahrsten Sinne des Wortes. Und am Ende hat uns die Autorin - auch wieder im wahrsten Sinne des Wortes - hängen gelassen. Genau wie eine der Hauptfiguren. 
Wer jetzt noch gern gewusst hätte, warum es viel mehr Bücher für junge Mädchen als für Jungs gibt - der hätte dabei sein müssen. Vielleicht gibt es die Antwort ja in ,,Roofer". Einfach 'mal loslesen...
Einige wenige Bilder gibt es wie immer in unserer Galerie.

Wie immer ist diese Lesung nur möglich durch das Zusammenwirken ganz verschiedener Institutionen und Menschen. Unser Dank gilt der Stadtbücherei Winsen und der Bibliothekszentrale Lüneburg ebenso wie dem Schulverein und den Eltern der teilnehmenden Schülerinnen und Schülern. Denn so viele Leute müsse zusammenlegen, damit die Kosten für Fahrt, Übernachtung und angemessenes Honorar bestritten werden können. Unterricht muss auch umgeplant werden, eine Reflexion der Lesung im Deutschunterricht gehört ebenso dazu. Deshalb geht unser Dank an alle betroffenen Lehrkräfte für wohlwollende Begleitung. Und uns selbst klopfen wir einfach auch einmal auf die Schulter, denn wer hat's zwar nicht erfunden, aber eben doch organisiert? Genau

 

Ihr/euer Bibliotheksteam

 

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